Startseite > Projekte > Eifel Lamm

Eifel Lamm mit Bildergalerie

Bergerie d´autrefois

An der Peripherie des Nationalparks Eifel betreibt die EGE mit dem Projekt Eifel Lamm - Bergerie d´autrefois eine Schäferei wie in längst vergangener Zeit. Hier beweiden Wiltshire Horn Schafe das Grünland in ausgesuchten Naturschutzgebieten. Das fördert die Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt. Auf den ungedüngten Weiden ist alljährlich das faszinierende Auf und Ab der Jahreszeiten mit all ihren bunten Facetten zu erleben. Im Kurparkgelände der Stadt Heimbach am Haus des Gastes können Besucher ganzjährig das Leben der ältesten Rasse europäischer Hausschafe kennen lernen.

Schafland mit Tradition

Eifelbauern waren arme Bauern. Für Getreide und Rinder war der Boden zu karg, der Kunstdünger noch nicht erfunden. Wo die Milchkuh kümmerte, war das Eifelschaf zufrieden. Die ehemaligen rheinischen und flämischen Venn- und Heideschafe waren anspruchslos und begnügten sich mit harten, gehaltlosen Gräsern, mit Ginster und Heidekraut. Schafe waren in der Eifel einmal ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Vom einstigen Wohlstand der Wollweber und Tuchhändler zeugen noch heute deren prächtige Häuser in Monschau. Im 18. Jahrhundert wurden Schafherden aus der Eifel auf die Märkte von Paris getrieben.

Herde Wiltshire Horn Schafe

Große Schafherden bedeuteten Wolle, Tuch und Filz. Allein in Heimbach gab es vier Schäfereien. Hier arbeitete eine Wollspinnerei und eine Walkmühle, lebten Färber und Weber. Das ist lange her - die gute alte Zeit, die oft gar nicht so gut war. Die Eifel ist keine rückständige Region mehr ... Aber die Schafe kehren zurück. Als "grasende Naturschützer" erhalten sie die traditionelle Kulturlandschaft: Die grünen Täler der Eifel und die Obstwiesen der Dörfer.

Wiltshire Horn - keine Wolle, viel Fleisch

Wiltshire Horns sind Schafe wie vor 3.000 Jahren: fähig, im Frühling und Herbst ihr Haarkleid zu wechseln. Die älteste europäische Schafrasse stammt aus dem Ursprungsgebiet der Hausschafe, dem Vorderen Orient. Phönizische Händler brachten die Vorfahren dieser Schafe während der Bronzezeit nach England. Bis ins 17. und 18. Jahrhundert waren Millionen Wiltshire Horns die bedeutendste Schafrasse Englands.

Die Herden legten täglich große Entfernungen zurück. Tagsüber ästen sie die karge Kost in Heiden und Mooren im Bergland. Nachts wurden sie zwecks Düngung auf Äckern im Tal gepfercht. Sie waren spartanischen Lebensbedingungen, Wind und Wetter ausgesetzt. Dies förderte ihren kräftigen Körperbau, viele spezielle Fähigkeiten u. a. ein leichtes Haarkleid. Kurzum: Keine Wolle - viel Fleisch. Heute sind Wiltshire Horn Schafe für die Landschaftspflege geradezu prädestiniert.

Mutter mit Lämmern

Freiheit im Rudel

Artgerechte Haltung von Schafen bedeutet einen ganzjährigen Aufenthalt im Freien. Weltweit haben 90 Prozent aller Schafe noch nie einen Stall von innen gesehen. Die Wiltshire Horns der Bergerie d’autrefois treiben Sport auf natürliche Art. Sie können sich auf den Weiden frei bewegen. Wie Rehe wandern die Wiltshire Horns umher und naschen überall dort einige Zeit, wo ihnen Wildkräuter, Gräser, Moose und Beeren besonders schmackhaft erscheinen. Im Herbst nehmen sie gerne die von den Bäumen gefallenen Eicheln, Bucheckern, Pflaumen, Äpfel und Birnen auf. Frisches Wiesenheu nutzen sie im Winter nur bei geschlossener Schneedecke. Diese Bedingungen halten die Schafe robust und gesund.

Schafe sind Rudeltiere. Deshalb hält die Bergerie d´autrefois kleine "Mutterfamilienverbände". Die Lämmer lernen von ihrer Mutter. Ende November, Anfang Dezember ist die Paarungszeit. Nach fünf Monaten werden die Lämmer geboren. Zur Geburt sondert sich die Mutter vom Rudel ab. Die Geburt dauert nur wenige Minuten. Die Mutter leckt das Lamm trocken und prägt sich dessen Geruch ein. Das Neugeborene lernt die Stimme der Mutter kennen. So erkennen sie sich im Rudel. Als "Nestflüchter" folgen die Lämmer den Müttern unmittelbar nach der Geburt. Nach wenigen Tagen gesellen sich beide zum Rudel. Der Nachwuchs wird von den Tanten, Cousinen und Cousins neugierig "begrüßt".

Stammzucht

Die Wiltshire Horn Herde der Bergerie d´autrefois ist die erste im rheinischen Herdbuch geführte und eine der größten Deutschlands.

Wiltshire Horns verfügen über spezielle Eigenschaften:

Zuchtziel ist, diese Eigenschaften zu erhalten und zu fördern. Am besten werden Wiltshire Horns z. B. für die Grünlandpflege im Rahmen extensiv und biologisch bewirtschafteter Kleinbetriebe in "benachteiligten" Gebieten der Mittelgebirgsregionen mit rauem Klima eingesetzt.

Wiltshire Horn Bock

Die Bergerie d´autrefois züchtet nur mit ruhigen, zuverlässigen Schafen, die ohne Hilfe auf der Weide ihre Lämmer gebären. Schafe und Widder werden frühestens im zweiten Lebensjahr zur Zucht eingesetzt. Die Bergerie d´autrefois strebt eine Fortpflanzungsrate von "nur" 100 Prozent an - optimal für eine gute Entwicklung der Lämmer.

Die Bergerie d´autrefois gibt nur Srapie resistente gekörte Zucht-Widder, gekörte oder körfähige Jährlings-Widder, Schafe und Lämmer aus bester Abstammung mit Zuchtbescheinigung oder mit Abstammungsnachweis ab.

Wenn Sie Zuchttiere erwerben möchten, teilen Sie bitte rechtzeitig der Bergerie d´autrefois Ihre Wünsche mit. Aufgrund der beeindruckenden Nachfrage sind Reservierungen ratsam.

Feines vom Eifel Lamm

Natürliche Nahrung und freie Bewegung geben den Wiltshire Horn Lämmern aus der Nationalparkstadt Heimbach/Eifel ihren einzigartigen Geschmack. Das Fleisch ist ausgezeichnet: Fettarm, qualitativ hochwertig und zart, von exzellentem Geschmack und hervorragender Textur. Vor allem die Vielfalt der Pflanzen, von denen sich die Tiere ernähren, bewirkt den Aufbau zweifach ungesättigter Fettsäuren.

Da die Tiere nicht mit Pflanzenschutz- und Düngemitteln in Kontakt kommen, wird das Wiltshire Horn Lammfleisch auch von Allergikern gut vertragen. Längst hat die Haute Cuisine die Wiltshire Horn Lämmer der Bergerie d´autrefois entdeckt. Sie gelten als regionale Spitzenprodukte natürlicher Güte.

Anfragen richten Sie bitte direkt an:
Ako Bergerhausen
c/o EGE-Projekt Eifel Lamm – Bergerie d´autrefois
Postfach 1146
D-52394 Heimbach/Eifel
Phone: 0176 - 632 469 76
Mail: Bergerautrefois@aol.com

Bildergalerie "Projekt Eifellamm"

Das Heimbachtal in der Eifel ist altes Kulturland. Wald und Weiden wechseln sich kleinflächig ab. Einige Flächen werden seit vielen Jahren nicht mehr bewirtschaftet, sind brach gefallen und werden nach und nach vom Wald zurückerobert. Andere Flächen wiederum werden von den Schafen der EGE beweidet. Der Wechsel und das Nebeneinander von Nutzflächen und unberührter Natur sind Voraussetzung für eine Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten. Das Heimbachtal ist Naturschutzgebiet. Es besteht vor allem aus Weidegrünland. Damit dies auch künftig so bleibt, hat die EGE das meiste Grünland gekauft oder gepachtet. Die EGE ist bemüht, auch die übrigen Flächen zu erwerben oder zu pachten. Zur Biotoppflege weiden die Wiltshire Horn Schafe der EGE im Tal des Heimbachs. Die Schafhaltung hat in der Eifel eine Jahrhundert lange Tradition. Das Heimbachtal ist heute ein sicherer Ort nicht nur für den Rauhfußkauz, sondern für viele andere seltene Tier- und Pflanzenarten.

Das Grünland ist bevorzugtes Jagdgebiet für Mäusebussard, Rotmilan und Wildkatze. Hier wachsen z. B. der Große Wiesenknopf, die Sumpf-Schafgarbe und die Herbstzeitlose - Pflanzen, die für das wechselfeuchte Grünland typisch sind. Die Gräser, Wild- und Heilkräuter sind Lebensgrundlage einer überaus artenreichen Wirbellosenfauna. Im Grünland sprudeln Quellen und Rinnsale.

Den Bach säumen Weiden- und Erlengebüsche. Er ist Lebensraum der Bewohner klarer, sauerstoffreicher Berglandbäche wie Bachforelle, Wasseramsel, Eisvogel und Graureiher.

Im Jahr 2000 hat der Biber das Heimbachtal erobert.

Beeindruckend sind die vom Biber aus Zweigen, Ästen, Erde und Steinen gebauten Dämme; sie stauen große Teiche. Mit den Dämmen reguliert der Biber den Wasserstand, so dass sich die Eingänge der Baue immer unter Wasser befinden. Auf diese Weise begünstigt der Biber die Ausbreitung von Weiden und Erlen - Baumarten der Weichholzaue, die ihm reichlich Nahrung bieten. Für den Transport von Baumaterial und Nahrungsvorräten legt der Biber eigens Kanäle an.

Feuersalamander © Klaus Lellesch Ringelnatter © Christian Stein

Als professioneller Landschaftsgestalter schafft der Biber ganz nebenbei noch zahlreichen anderen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum - z. B. dem seltenen Schwarzstorch, dem Feuersalamander und der Ringelnatter.

Die Laubmischwälder, die das Heimbachtal einschließen, sind Lebensraum von Rothirsch, Schwarzspecht und Baummarder. In den südlich exponierten sonnigen und felsigen Hangwäldern leben Wildkatzen. Ab und zu wird sogar der Luchs beobachtet. Wildkatzen und Luchse lieben wie alle Katzen einen warmen Platz.

Suche auf diesen Seiten


   

Suchtipps