Bitte unterstützen Sie die Arbeit der EGE mit Ihrer Spende. Spendenkonto:
Postbank Köln
Bankleitzahl 370 100 50
Kontonummer 41108-501
Nachrichten
Konstruierte Gegensätze - August 2010
In der Rureifel ist gerade ein Stück Landesstraße nach einem Ausbau wieder für den Verkehr freigegeben worden. Naturschützer hatten dem Ausbau nur unter der Bedingung einer partiellen Geschwindigkeitsbeschränkung zugestimmt. Das kam so: Im Fels oberhalb der Straße brüten Uhus. Die Straße hatte vor dem Ausbau so viele Kurven und Schlaglöcher, dass man zwar schnell fahren durfte, nicht aber schnell fahren konnte. Das hat die Uhus vor mancher Fahrzeugkollision gerettet. Jetzt, nach dem Ausbau, könnte man zwar schnell fahren, darf es aber nicht. Jetzt gilt zum Schutz der Uhus auf ein paar hundert Metern Tempo 50.
Die Kolumnistin der "Aachener Nachrichten" gönnt in der Ausgabe vom 26. August 2010 den Uhus diese Rücksichtnahme, beklagt aber, Kinder hätten offenbar weniger einflussreiche Fürsprecher. Ihre Eltern kämpften vielerorts vergebens für eine Tempo-30-Zone.
Die EGE freut sich, sollte sie tatsächlich über den Einfluss verfügen, Tempolimits durchzusetzen. Den unterschwellig beförderten mehr vermeintlichen als tatsächlichen Gegensatz, Uhus seien hierzulande besser geschützt als Kinder, weist die EGE allerdings zurück. Gegensätze dieser Art bewegen immer wieder die Politik, etwa wenn aus Gründen des Naturschutzes Straßen bestimmte Abstände zu Schutzgebieten einhalten müssen, dieselbe Straße aber nahe an Wohngebiete herangeführt wird. Insofern ist der von der Aachener Zeitung kommentierte Fall so selten nicht. Deshalb veröffentlichen wir hier auch die Reaktion, welche die EGE der Zeitung hat zukommen lassen:
Die Geschwindigkeitsbeschränkung soll Uhus das Leben retten. Und zugleich kommen anderenorts Kinder im Straßenverkehr ums Leben - häufig deswegen, weil zu schnell und rücksichtslos gefahren wird. Gegen eine Geschwindigkeitsbeschränkung für Uhus spricht das nicht. Kinder und Uhus sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Bei den Uhus und jeder anderen Tierart, die in einer automobilen Gesellschaft unter die Räder kommt, ist es doch so: Bewusst gestalten kann nur der Mensch - in einem demokratischen Staat z. B. mit seiner Wahlentscheidung. Bis zu einem gewissen Grad können Menschen reale Gefahren auch in ihr Handeln einbeziehen und z. B. Gefahren meiden. Auf die Uhus im Rurtal trifft dies alles nicht zu: Uhus sind von der Mitwirkung an politischen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen. Sie haben in keinem Parlament Sitz und Stimme. Wer hätte jemals von Uhus gehört, die eine Bürgerinitiative gegründet oder eine Unterschriftenaktion angezettelt hätten. Vor allem fehlt Uhus trotz aller den Eulen zugeschriebenen Weisheit der Verstand. Dass Autos gefährlich sind, kriegen sie partout nicht in den Kopf. Allein auf Straßen in der Eifel verunglücken deswegen nach Expertenschätzung jährlich mehr als 50 Uhus. Das ist ein Viertel der Uhus, die dort in einem Jahr zur Welt kommen. Und deswegen sind Uhus kraft Gesetz für Staat und Bürger gewissermaßen Schutzbefohlene - wenigstens in dem einzigen Schutzgebiet Nordrhein-Westfalens weit und breit, in dem Uhus geschützt sein sollen.
Die Geschwindigkeitsbeschränkung hilft aber auch den Kindern: Sie bewahrt ihre Väter und Mütter vor einem für beide Seiten - Mensch und Uhu - riskanten Zusammenprall mit Karosserie oder Windschutzscheibe. Zudem: Eine Welt, in der Menschen Uhus schützen, ist einer Menschenwelt vorzuziehen, in der Uhus schutzlos sind. Der Schutz der Uhus ist ein Beitrag zu einer ansatzweise heileren Welt, auf die vor allem Kinder einen Anspruch haben. - In der Eifel sind in den letzten Jahren viele Straßen neu- und ausgebaut worden. Vielleicht gewinnt auch deswegen der Tourismus dort nicht so recht an Fahrt. Man ist zwar rasch dort, aber auch schnell wieder fort.
Zehn plus eins - August 2010
Die Zahl der nachweislich an Windenergieanlagen verunglückten Uhus ist auf zehn gestiegen. Das ist der im August 2010 aktualisierten zentralen Fundkartei "Vogelverluste an Windenergieanlagen in Deutschland" zu entnehmen. Die von der Staatlichen Vogelschutzwarte im Landesumweltamt Brandenburg geführte Statistik weist für Thüringen und Nordrhein-Westfalen je vier, für Baden-Württemberg und Brandenburg je einen toten Uhu aus. Die Datei umfasst u. a. 53 Seeadler, 150 Mäusebussarde, 133 Rotmilane, 16 Schwarzmilane, 39 Turmfalken, drei Wanderfalken, vier Baumfalken, vier Schleiereulen, fünf Waldohreulen und zwei Sumpfohreulen.
Nach Einschätzung von Sachverständigen ist dies nur die Spitze eines Eisberges. Die tatsächliche Höhe der Verluste liegt im Dunkeln, weil nahezu nirgends die Anlagenstandorte auf Vogelverluste hin untersucht werden und die Opfer von Beutegreifern schnell abgeräumt werden. Die Chance, in der dichten Vegetation verunglückte Kleinvögel zu finden, ist besonders gering. Dennoch: Aufgefunden wurden auch 47 Feldlerchen, 35 Mauersegler, 14 Neuntöter, 20 Grau- und 16 Goldammern. Die Zahlen wurden nahezu ausschließlich in Brandenburg ermittelt. Systematische Kontrollen finden außerhalb Brandenburgs kaum statt.
Während nur noch eine Minderheit der für die Windenergiewirtschaft arbeitenden Gutachter die besondere Gefährdungssituation des Rotmilans an Windenergieanlagen bestreitet, wird das Kollisionsrisiko für Uhus eher unterschätzt. Zu Unrecht: Die Zahl der an Windenergieanlagen tödlich verunglückt aufgefundenen Uhus beträgt zwar lediglich zehn. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass der Uhubestand in Deutschland nur etwa ein Zehntel des Rotmilanbestandes beträgt. Insofern ist das Kollisionsrisiko für Uhus vermutlich ähnlich hoch wie für Rotmilane.
Einen Uhu, den die EGE unlängst mit Knochenbrüchen tot in der Nähe von Windenergieanlagen in der Eifel aufgefunden hat, enthält die Statistik noch nicht. Die EGE möchte zunächst den Obduktionsbericht abwarten. Vogelschützer sollten nicht nur nach lebenden Vögeln schauen, sondern gezielt den Nahbereich von Windenergieanlagen auf Vogelverluste hin kontrollieren und Verluste an Tobias Dürr im Landesumweltamt Brandenburg melden.
Nach Auffassung der EGE sollten die Naturschutzverbände endlich einen angemessenen Standpunkt gegenüber dem massiven Ausbau der Windenergiewirtschaft einnehmen, die realen Gefahren dieser Industrie nicht länger verharmlosen und den Beitrag der Branche zur Energieversorgung realistisch einschätzen. An die Stelle der Verklärung müsse Aufklärung treten.
Die Idealisierung der Windenergiewirtschaft ist nicht zuletzt das Werk der Naturschutzverbände und eines Medienbetriebs, der mehr und mehr auf Fakten und Recherche verzichtet. Der Beitrag von Stefan Dietrich vom 19.08.2010 in der nicht im Geringsten ökologisch oder ökologistisch ausgerichteten Frankfurter Allgemeinen Zeitung hebt sich als Ausnahme aus der Medienberichterstattung ab. Der Autor kommentiert die "Energiereise" der Kanzlerin. Sein Fazit: Die Natur werden wir bald nur noch aus Gedichten kennen. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Beitrag lesen möchten: Erneuerbare Energiequellen: Nicht klein, nicht schön.
Dem Uhu auf der Spur - August 2010
"Häuptling Federohr", so überschreibt Judith Hecker ihren Beitrag in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Wild und Hund", die am 05. August 2010 erschienen ist. Die Autorin hat den Vorsitzenden der EGE, Stefan Brücher, beim Uhuberingen begleitet. Das Ergebnis ist ein ebenso informatives wie kurzweiliges Uhuporträt und zugleich ein Bericht über die Arbeit der EGE. Wir veröffentlichen den Titelbeitrag des Heftes an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung von "Wild und Hund". Die Zeitschrift ist das meistgelesene deutschsprachige Jagdmagazin. Die Wiederansiedlung des Uhus in Deutschland und anderen Teilen Europas beruht nicht zuletzt auf der Einsicht und Unterstützung vieler Jäger. Der Uhu war zuvor als Beutegreifer massiv verfolgt worden. Heute weiß man, dass Uhus nicht zum Aussterben etwa von Hasen, Kaninchen oder Rebhühnern beitragen, sondern um die Rolle der Uhus für vitale Niederwildbestände.
Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 1,30 MB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten.
Saubere Windenergie. Oder: "Luja, sag’ i" - August 2010
Die EGE ist weit davon entfernt, Sozialneid zu schüren, beobachtet aber eine beispiellose Rücksichtslosigkeit, mit der sich die Windenergiewirtschaft auch an solchen Standorten durchsetzt, an denen sie aus Gründen des Naturschutzes und der Landschaftspflege nicht zugelassen werden dürfte. Die Öffentlichkeit verbindet das Wachstum der Branche in gläubiger Erwartung mit einem Beitrag zum Klimaschutz. In Wirklichkeit bewegt die Branche der wirtschaftliche Gewinn. Zum Beispiel wird das Vermögen des Chefs der Firma Enercon, Aloys Wobben, mit 3,5 Milliarden Dollar angegeben. Enercon stellt Windenergieanlagen her, vertreibt und betreibt sie auch. Der 58jährige Unternehmer steht auf der aktuellen Forbes Liste der deutschen Milliardäre auf Rang 22, weltweit auf Platz 258. Herkunft des Vermögens: Windenergie, das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz und alle Stromkunden.
Ins Bild gesetzt - August 2010
In diesem Jahr gibt es mehr Feldmäuse als in den beiden Vorjahren. Die wenigen Schleiereulen, die den letzten Winter überlebt haben, brüten deshalb offensichtlich ganz erfolgreich und mancherorts sogar ein zweites Mal. Ein bemerkenswert detailgenaues Bild von "seinen" Schleiereulen im Osnabrücker Land hat uns Jannes Bludau gemalt. Im letzten Winter hatte der achtjährige Jannes eine auf dem Dachboden lebende einzelne Schleiereule mit Mäusen aus dem Zoogeschäft versorgt und so der Eule über den Winter geholfen. In diesem Jahr schlüpften sieben junge Eulen.
Schlag auf Schlag - Juli 2010
Die Windenergieanlagen im ostfriesischen Landkreis Aurich, denen eine tote Wiesenweihe, zwei verschwundene Wiesenweihen und einige Beinahe-Kollisionen mit Wiesen- und Rohrweihen angelastet werden, drehen sich weiter. Jedenfalls dann, wenn der Wind weht. Aus einem anderen Windpark in der unmittelbaren Nachbarschaft der Anlagen meldet die Arbeitsgemeinschaft Wiesenweihenschutz am 24. Juli 2010 auf ihrer Website ein weiteres Todesopfer: eine Rohrweihe. Zudem mehren sich die Berichte über riskante Annäherungen von Weihen auch aus anderen Windparks. Der Windenergiewirtschaft nahe stehende Gutachter und Vogelschützer hatten ein Kollisionsrisiko für die beiden Weihenarten weitgehend ausgeschlossen. Dass diese Experten ihre Position inzwischen überdacht haben könnten, ist der EGE nicht bekannt.
Steinkauz-Brutsaison 2010 - Juli 2010
Die Kölner Bucht ist eines der Dichtezentren des Steinkauzes in Deutschland. Hier liegt das Projektgebiet der EGE zum Schutz des Steinkauzes. Es umfasst die nordrhein-westfälischen Kreise Düren und Euskirchen. Die Hauptverantwortung für dieses Projekt tragen im Kreis Euskirchen Peter Josef Müller und Rita Edelburg-Müller sowie im Kreis Düren Doris Siehoff. Personelle Unterstützung erhielten sie vor allem von Stefan May, Achim Schumacher, der Biologischen Station des Kreises Düren sowie Mitarbeitern der Arbeitsgruppe Steinkauzschutz der katholischen Pfarrgemeinde in Kerpen-Buir.
Insgesamt wurden in diesem Jahr in den beiden Kreisen 203 besetzte Reviere und 152 Bruten festgestellt. Während im Kreis Euskirchen wie schon in den Vorjahren alle Reviere erfasst wurden, war es im Kreis Düren nur eine Teilmenge. Im Kreis Euskirchen sank die Zahl der besetzten Reviere geringfügig. Einer relativ hohen Zahl verwaister Reviere standen dort 9 Neubesiedlungen und eine Wiederbesiedlung gegenüber. Im Kreis Düren erhöhte sich die Zahl der festgestellten Reviere, auch wenn einige Reviere verwaist blieben. Der Zuwachs ist allerdings im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass hier auch Bereiche bearbeitet wurden, die in den Vorjahren unberücksichtigt geblieben waren.
Im Kreis Euskirchen verliefen 65 der Bruten erfolgreich. Im Kreis Düren mindestens 59. Das sind zusammen 124 erfolgreiche Bruten. Beringt wurden die Jungen von 104 Bruten, nämlich 341 junge Steinkäuze. Zudem wurden 23 Altvögel, die bei den Kontrollen in den Brutröhren angetroffen wurden, beringt.
Im Durchschnitt lag die Zahl der Jungen je beringter Brut 2010 bei 3,28. Im Vorjahr lag der Wert nur bei rund 2,5. Die Zahl der registrierten Jungvögel liegt sogar um 65 Prozent über der Vorjahrszahl. Dass es eine für Käuze überdurchschnittlich gute Brutzeit war, zeigen die Ergebnisse aus dem Kreis Euskirchen mit über den Jahren gleicher Bearbeitungstiefe: Dort wurden 204 Jungvögel beringt; im Vorjahr nur 132. Das ist ein Zuwachs von mehr als 50 Prozent.
Zu Beginn der Brutzeit hatte sich die Feldmauspopulation erholt. Die lange geschlossene Schneedecke war den Mäusen offensichtlich gut bekommen. Die Käuze, die den ungewöhnlich strengen Winter 2009/10 überlebt hatten, fanden also günstige Verhältnisse vor. 22 Paare zogen je 5, 6 Paare zogen sogar je 6 Junge auf. Gleichwohl lassen große Unterschiede in der Jungenzahl der einzelnen Bruten, 26 Brutaufgaben und in einigen Fällen unterversorgte oder tote Jungvögel auf ein örtlich sehr unterschiedliches Nahrungsangebot schließen. Zu Brutausfall oder Brutaufgabe kam es insbesondere dort, wo es dem Grünland an Beweidung oder Mahd fehlte.
Aus dem Kreis Euskirchen liegen auch Informationen über den Altersaufbau der Population vor: Das Durchschnittsalter der festgestellten beringten Altkäuze - das ist immerhin etwa ein Viertel der Brutvögel - betrug 2,9 Jahre. Im Vorjahr hatte es bei nur 2,13 und 2008 bei 3,46 Jahren gelegen.
Wie in den Vorjahren kam es auch 2010 zu einigen merkwürdigen Begegnungen von Mensch und Kauz, so etwa in einem Dorf in der Eifel. Die Bewohner hatten einen Kauz aufgegriffen, der auf einen Apfelbaum zu klettern versuchte. Die EGE erfuhr davon und fand an Ort und Stelle im Gras zwei weitere junge Käuze. Ihnen war es im hohlen Baumstamm zu unbehaglich geworden, weil in das Nest eine ganze Menge Mulm gerieselt war, welche die Jungen zu verschütten drohte. Das kommt bei Bruten in morschen Baumstämmen immer wieder vor. Die Altvögel hatten die vier Wochen alten Jungen aber am Fuße des Baumes ausweislich einer kopflosen Maus weiterversorgt. Die drei wurden dann zum Schutz vor Dorfkatzen und Krähen mitsamt der Maus in einen eigens für sie angebrachten Nistkasten am selben Baum umgesiedelt - mit Akzeptanz der Alten.
Erneut erwiesen sich Viehtränken als Kauzfallen. Zwei junge und ein alter Kauz ertranken darin. Mit einem schräg in die Tränke gestellten Kantholz lassen sich solche Verluste leicht vermeiden. Es bedarf deshalb immer wieder einer Aufklärung und Bitte an die Tierhalter.
Viehtränken, Regentonnen und Kamine sind keineswegs die einzigen Gefahren für den Kauz. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft vollzieht sich weiterhin zu Lasten von Weidevieh und Grünlandwirtschaft. Der Maisanbau für Energie- und Futtermais verdrängt das Grünland. Eine Chance hat der Kauz am ehesten in Jahren, in denen es viele Mäuse gibt. Dieses Jahr ist ein solches Jahr. Auf solche Jahre wird sich der Kauz allerdings nicht verlassen können. Er braucht zum Naturschutz bereite Landwirte und die Landwirte wiederum agrarwirtschaftliche Rahmenbedingungen, in denen der Naturschutz einen angemessenen Stellenwert einnimmt. Das verlangt eine angemessene Honorierung von Naturschutzleistungen. Angesichts der den Erzeugern von Milch und Fleisch gezahlten Spottpreise - beispielsweise im Preisvergleich mit Mineralwasser oder Benzin - ist in dieser Hinsicht nicht viel zu erwarten. Zwar trifft es zu, dass die einzelnen landwirtschaftlichen Unternehmen ohne nennenswerte Einbußen mehr für den Naturschutz tun könnten. Aber für einen durchgreifenden Wandel in der Agrarlandschaft braucht es mehr als die Mobilisierung des guten Willens.
Wie ernst die Lage tatsächlich ist, zeigt eine repräsentative Stichprobe in 40 Dörfern im Kreis Düren. An den Stellen, wo die EGE im Frühjahr 1991 noch 100 rufende Steinkauzmännchen registriert hatte, fand die EGE im Frühjahr 2010 bei Anwendung derselben Untersuchungsmethoden nur noch 53. Das ist ein Rückgang um beinahe 50 Prozent in weniger als 20 Jahren.
Tod im Weinberg - Juli 2010
Uhus leben gefährlich. Das belegt ein Fund aus einem Weinberg an der Mosel. Über den Weinstöcken verläuft auf einer Hochbrücke die Autobahn A 61, im Tal eine Bahnstrecke mit Bahnstromleitung. Die Steillage im Bild ist ein traditioneller Brutplatz der Uhus. Die Uhus haben es gar zu einer Lagenbezeichnung gebracht: „Winninger Uhlen“, heißt der Ort. Verkehr oder Stromleitung wurden Ende Juni einem der Uhus nun offensichtlich zum Verhängnis (im Bild oben). Die EGE hatte an derselben Stelle erst kürzlich drei junge Uhus beringt (im Bild unten). Der tote Uhu ist vermutlich einer der Elternvögel. Für die Jungen ist dies eine ernste Situation, weil ein Altvogel allein möglicherweise nicht genügend Nahrung für sie herbeischaffen kann.
Aufgrund ähnlicher Umstände werden zurzeit zehn Eifel-Uhus in der Wildvogel-Pflegestation Kirchwald medizinisch und in jeder Hinsicht versorgt. Ein Uhu beispielsweise wurde bei Wittlich geschwächt von der Polizei gefunden. Ein anderer Uhu hat eine Flügelverletzung, die noch heilen muss. Im idyllischen St. Goar am Rhein saß ein junger Uhu direkt neben den Bahngleisen. In Mayen hätten sich beinahe Hunde über zwei Uhus hergemacht. In einem anderen Fall war ein junger Uhu in einem Steinbruch in eine Halle geraten und von den Eltern nicht mehr gefüttert worden.
Die EGE arbeitet seit vielen Jahren mit der Wildvogel-Pflegestation Kirchwald zusammen. Dort erhalten die Uhus eine umsichtige medizinische Versorgung, Nahrung und das notwendige Training für eine erfolgreiche Entlassung in die Natur. Etwa 500 Euro betragen diese Kosten für einen Uhu. Die Kosten müssen aus Spenden finanziert werden. Die Pflegestation und die EGE würden sich über eine entsprechende Zuwendung freuen. Vielleicht möchten Sie auch eine Patenschaft für einen der zehn vorläufig gestrandeten Uhus übernehmen. Schreiben Sie in diesem Fall einfach an die EGE oder die Wildvogel-Pflegestation Kirchwald.
Sponsoren gesucht - Juli 2010
Die EGE hat ein Faltblatt vorbereitet, welches für den Schutz der Sumpfohreule an der Nordseeküste werben soll. Nach der Zerstörung der Feuchtgebiete zählt die Sumpfohreule zu den seltensten Brutvogelarten Mitteleuropas. In Mitteleuropa ist der Brutbestand mit 70 bis 130 Paaren lediglich auf den west- und ostfriesischen Inseln im Wattenmeer noch stabil und mit Abstand das wichtigste Brutvorkommen der Art in Mitteleuropa. In ganz Deutschland brüten selbst in guten Wühlmausjahren höchstens 175 Paare. Auch als Durchzügler und Wintergast ist sie viel seltener zu beobachten als in früheren Jahrzehnten. Das Faltblatt soll die Reihe der EGE-Artenschutz-Informationen vervollständigen und insbesondere dort eingesetzt werden, wo Sumpfohreulen noch beobachtet werden können: In Norddeutschland.
Bitte unterstützen Sie den Druck einer ersten Auflage mit einer Spende! Interessenten können den vollständigen Entwurf des Faltblattes bei der EGE anfordern. Ab einer Spende von 250 € stellt die EGE Ihre Unterstützung im Impressum des Faltblattes heraus. Bei Interesse schreiben Sie bitte der EGE oder rufen Sie einfach an.
Wiesenweihen verschwunden - Juli 2010
Das Drama der in einem Windpark im ostfriesischen Landkreis Aurich brütenden Wiesenweihen setzt sich fort. Die EGE hat über die Geschichte berichtet. Seit Ende Juni fehlt von den beiden Wiesenweihenmännchen jede Spur. Das Männchen eines dritten Brutpaares war bereits am 16. Mai 2010 an einer der Anlagen ums Leben gekommen. Seitdem hatte die Arbeitsgemeinschaft Wiesenweihenschutz in Ostfriesland zahlreiche gefährliche Annäherungen an die Anlagen dokumentiert. Die beiden Weibchen müssen jetzt je vier Jungvögel alleine versorgen. Normalerweise ist das Sache der Männchen.
Was mit den beiden Männchen geschehen ist, lässt sich leicht erahnen, schreibt die Arbeitsgemeinschaft auf ihrer Website. Dass tote Vögel in den Getreide- und Rapsfeldern außer von Beutegreifern nicht gefunden werden, ist nicht verwunderlich.
Ob die Jungen angesichts des Ausfalls flügge werden, ist fraglich. Auch günstigen Falls bleibt die Lage prekär. Die Jungen müssen danach alles lernen, was sie zu selbständigen Vögeln macht: Fliegen, Beute fangen und übergeben, bevor sie sich zu ihrer ersten Reise nach Afrika aufmachen. Und dies in einer Umgebung, die sich selbst für die erfahrenen Altvögel als todbringend herausgestellt hat.
Der zuständige Landkreis hat es bis heute nicht geschafft, ein zeitlich befristetes Abschalten der Anlagen durchzusetzen. In Niedersachsen brüten lediglich 100, im westlichen Ostfriesland nur 10 bis 15 Wiesenweihenpaare.
Die Rücksichtslosigkeit, mit der sich die Windenergiewirtschaft selbst in den Lebensräumen gefährdeter Vogelarten nach wie vor durchsetzt, ist nicht allein die Schuld von Politik und Verwaltung, sondern auch das Ergebnis einer geradezu naiven Haltung der großen Naturschutzverbände. Sie verharmlosen das Kollisionsrisiko der Vögel in demselben Maße wie sie den Einfluss von Windenergieanlagen für eine umweltfreundliche Stromversorgung überschätzen. Die Windenergie genießt dort einen Ruf, den sie nicht verdient.
Mobilfunk auf dem Kirchturm? - Juli 2010
Turm und Dachstuhl von Kirchen sind vielerorts tradierte Brutplätze von Schleiereulen, Turm- und Wanderfalken, Dohlen, Mauerseglern sowie Sommerquartiere oder Wochenstuben verschiedener Fledermausarten. In seltenen Fällen brüten dort sogar Uhus. Zugleich sind diese Gebäude ein begehrter Standort für Mobilfunkanlagen. Die von den Betreibern gezahlte Miete führt manche Kirchengemeinde in Versuchung.
Die Wirkungen der von den Anlagen ausgehenden elektromagnetischen Felder sind nicht zweifelsfrei erforscht. Die Frage möglicher Risiken wird vielmehr kontrovers diskutiert. Das Feld der elektromagnetischen Felder ist gewissermaßen ein weites Feld. Eine 2002 veröffentlichte und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte Schrift mit dem Titel "Mobilfunk auf dem Kirchturm?" fasst das momentan verfügbare Wissen zum Thema zusammen und versteht sich als Entscheidungshilfe für Kirchengemeinden. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 1,12 MB), wenn Sie die Studie lesen möchten.
Das eindeutige Votum der Autoren lautet: Kirchtürme und kirchliche Dachböden, in denen Eulen, Falken, Dohlen, Fledermäuse oder andere geschützte Arten zu Hause sind, sollten für Mobilfunksendeanlagen tabu sein.
Erfreulicherweise haben sich eine Reihe von Landeskirchen, Bistümern und Kirchengemeinden diesen Standpunkt zueigen gemacht. Sie geben damit nicht nur ein Zeichen für die Erhaltung der Schöpfung, sondern setzen damit auch der beispiellosen Kommerzialisierung, die beklagenswerter Weise auch die Kirche erfasst hat, eine Grenze. Neben nicht hinreichend erforschter Wirkungen elektromagnetischer Felder sprechen hier für einen Verzicht auf Anlagen schon die mit Montage und Wartung der Anlagen verbundenen Störungen an den Fortpflanzungs- und Ruheplätzen der Tiere.
Dass der Schutz Gebäude bewohnender Vögel und Fledermäuse vor eventuellen Auswirkungen von Mobilfunkanlagen eine stärkere Beachtung verdient, meint z. B. auch der Landesverband Thüringen des Naturschutzbundes Deutschland, auf dessen Anregung hin die EGE auf das Thema hinweisen möchte.
Preußens Glanz und Gloria - Juli 2010
Seltsame Informationen erreichen die EGE aus Brandenburg. In einer regelrechten Offensive will die Landesregierung der Windenergiewirtschaft zu neuen Aufstellungsflächen verhelfen. Die bisher errichteten 3.000 Anlagen genügen der Regierung nicht. Für mehr Anlagen hat sie die bewährten Regelungen auf den Prüfstand gestellt, die bisher einen Schutz seltener Vogelarten sichern sollten. Geprüft werde auch die Verringerung der Abstände zum Schutz der Sumpfohreule sowie von Rohr-, Korn- und Wiesenweihe, heißt es in einem Papier des Umweltministeriums. Alles im Namen des Klimaschutzes.
Tatsächlich geht es vor allem um das Investitionsklima im Land und das Klima auf den Konten der Investoren. Mit von der Partie: Die Landesverbände von BUND und NABU. In einer gemeinsamen Stellungnahme hatten sie der Landesregierung die Vorlage geliefert und sich für einen vollständigen Verzicht von Abstandskriterien u. a. für Sumpfohreulen, Baumfalken, Kranich-Brutplätze und einzelne Vorkommen der Wiesenweihe ausgesprochen.
Die EGE kritisiert die Haltung der beiden Verbände. Es sei schon ein bemerkenswerter Vorgang, dass die von der Länder-Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten in Deutschland beschlossenen Abstandsempfehlungen ausgerechnet von Naturschutzverbänden in Frage gestellt werden, deren satzungsgemäße Aufgabe der Schutz seltener Vogelarten ist. Das Umweltministerium hat bereits angekündigt, dass z. B. auch die Vorschriften zum Schutz des Landschaftsbildes von einer Überprüfung nicht ausgenommen bleiben können. Für den Schutz des Landschaftsbildes vor Windenergieanlagen setzen sich viele Naturschutzverbände schon lange nicht mehr ein.
Die Anwälte der Gegenseite - Juni 2010
Der 3. Deutsche Baugerichtstag, der vom 07. - 08. Mai im westfälischen Hamm stattfand, und seine mehr als 600 Teilnehmer haben nur vordergründig nichts mit Eulen zu tun. Tatsächlich wurden dort weit reichende Forderungen nach einer Neuordnung des Baurechts vorgetragen, die nur als ein massiver Angriff auf den Naturschutz verstanden werden können. In einem Arbeitskreis "Öffentliches Recht" kamen Forderungen zum Vortrag, die im Durchsetzungsfall die Lage des Natur- und Artenschutzes drastisch verschlechtern würden.
Bei der Veranstaltung taten sich in diesem Sinne insbesondere der Vertreter des Deutschen Städte- und Gemeindebundes Norbert Portz, Ministerialdirektor a. D. Prof. Dr. Michael Krautzberger und der Rechtanwalt Prof. Dr. Bernhard Stüer hervor.
Während Krautzberger, der bereits in den 1990er Jahren im Bundesbauministerium erfolgreich für einen Abbau naturschutzrechtlicher Anforderungen gearbeitet hatte, Eingriffsregelung, Landschaftsplanung und nationales Artenschutzrecht in Frage stellte, forderte Portz als Antwort auf die Auswirkungen der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise unverhohlen einen generellen und ersatzlosen Verzicht auf einen Eingriffsausgleich. Stüer möchte die Eingriffsregelung zwar nicht abgeschafft sehen, eine vollständige Kompensation von Schäden an Natur und Landschaft solle allerdings überall unter Abwägungsvorbehalt gestellt werden. Seit 1993 steht die Kompensation nur bei bauleitplanerisch vorbereiteten Eingriffen unter einem solchen Vorbehalt.
Die Forderungen zielen vor allem auf eine Beschränkung des Naturschutzrechts auf seinen europarechtlich normierten Kern; sie liegen insofern ganz im neoliberalen Trend. Welche Bedeutung diese Forderungen auch für den Schutz einheimischer Eulen haben, zeigt sich beispielhaft beim Steinkauz. Er besiedelt insbesondere das mit alten Obstbäumen bestandene Grünland in der Peripherie der Ortschaften. Die Inanspruchnahme solcher Flächen für neue Baugebiete kann an den Bestimmungen des Naturschutzrechts scheitern oder zumindest Ausgleichsmaßnahmen nach sich ziehen. Die finanziellen Aufwendungen für naturschutzrechtlich verlangte Ausgleichsmaßnahmen bewegen sich zumeist deutlich unter 5 Prozent bezogen auf die Kosten für Planung und Ausführung des Eingriffs. So gesehen bewegen sich die Aufwendungen gewissermaßen auf dem Niveau der Aufwendungen für "Kunst am Bau".
Dass sich beim Baugerichtstag jemand für die Stärkung des Naturschutzes ausgesprochen hätte, wurde nicht überliefert. Naturschutzbehörden und -verbände sind währenddessen mit heiteren, aber belanglosen Aktionen zum Internationalen Jahr der Biodiversität vollauf beschäftigt.
Steinkauzsaison vor Abschluss - Juni 2010
Die diesjährige Aufzuchtzeit der Steinkäuze neigt sich dem Ende zu. Im Projektgebiet der EGE in der Kölner Bucht werden gerade die letzten Jungvögel von den beiden EGE-Teams beringt. Nach dem harten Winter hatte die EGE mit deutlich weniger Brutpaaren gerechnet. Die Verluste scheinen sich aber in Grenzen zu halten. Dank einer wieder etwas gewachsenen Mäusepopulation und des günstigen Witterungsverlaufs während der Brutzeit sind die Gelege tendenziell etwas größer und die Verluste unter den Jungvögeln etwas geringer als im Vorjahr. Über die tatsächlichen Ergebnisse wird die EGE im Juli an dieser Stelle berichten.
Sofern Sie eine Patenschaft für einen jungen Steinkauz abschließen möchten, wenden Sie sich bitte rasch an die EGE. Nähere Informationen über den Abschluss einer solchen Patenschaft finden Sie unter www.egeeulen.de/inhalt/patenschaften.
Wahrscheinliche Todesursache: Barotrauma - Juni 2010
Am 16. Mai 2010 wurde an einer Windenergieanlage in Ostfriesland eine tote Wiesenweihe aufgefunden (die EGE berichtete). Dem Obduktionsbericht zufolge wies der Vogel keinerlei Frakturen oder Organverletzungen auf. Aus Nase und Schnabel ausgetretenes Blut sowie blutige Lungen sprechen vielmehr dafür, dass der Vogel an einem Barotrauma gestorben ist. Dieses wird durch den plötzlichen Luftdruckabfall in Rotornähe verursacht, in dessen Folge die Lunge implodiert. Ein tödlicher Unfall setzt insofern nicht unbedingt eine Kollision mit dem Rotor voraus, sondern bereits eine Annäherung kann tödlich sein.
Dass es in dem betreffenden Windpark in Ostfriesland nahezu täglich zu gefährlichen Annäherungen und Beinahekollisionen kommt, hat der Arbeitskreis Wiesenweihenschutz-Ostfriesland aktuell auf seiner Website dokumentiert.
Diesem Arbeitskreis ist die Dokumentation und Untersuchung des Falles zu danken. Der Fall deutet möglicherweise auch daraufhin, dass Windenergieanlagen von Weihen je nach Anlagengröße unterschiedlich wahrgenommen werden. Der Austausch kleiner gegen große Anlagen ist möglicherweise mit größeren Problemen für diese Arten verbunden, als bisher angenommen wurde. Die Diskussion um das so genannte "Repowering" wird um diese Aspekte zu ergänzen sein.
Nach Auffassung der EGE wäre es nunmehr dringend geboten, die betreffenden Anlagen in Ostfriesland wenigstens bis zum Ende der Brutzeit während der Tagesstunden abzustellen und aus dem Fall Konsequenzen für das behördliche Handeln überall in Deutschland zu ziehen. Zu klären wäre, ob ein Abschalten der Anlagen in begründeten Fällen entschädigungslos vom Anlagenbetreiber verlangt werden kann und ein Weiterbetrieb der Anlagen bei einem weiteren belegten Todesfall artenschutzrechtliche Verbotstatbestände erfüllt oder auch die Sanktionen des Umwelthaftungsrechts greifen.
Es ist bedauerlich, dass die Naturschutzbehörden offenkundig nicht im Stande sind, diese wichtigen Aspekte zügig zu prüfen und entsprechende Maßnahmen zu treffen. Die Naturschutzbehörden sind eher nur Chronisten der Vorgänge. Die Märkische Zeitung beispielsweise zitierte am 14. Juni den Leiter der Vogelschutzwarte des Landes Brandenburg: "Jedes Jahr sterben in Brandenburg mehrere tausend Vögel durch die Kollision mit Windkraftanlagen. Das seien nur Hochrechnungen, weil nicht jeden Tag alle 3.000 Anlagen im Land abgesucht werden könnten". Betroffen seien besonders Greifvögel wie Mäusebussarde, Rotmilane und Seeadler. Die Zahl der Kollisionsopfer werde voraussichtlich noch zunehmen, denn die Landesregierung wolle den Ausbau steigern.
Herzlichen Glückwunsch, lieber Albrecht Jacobs - Juni 2010
Am 10. Juni 2010 ist Albrecht Jacobs im niedersächsischen Stadtoldendorf 70 Jahre alt geworden. Der Jubilar ist Uhuschützer der ersten Stunde. Seine Bemühungen um den Schutz des Uhus im Weserbergland reichen mehr als 40 Jahre zurück. Damals tauchte nach jahrzehntelanger Abwesenheit ein einsam rufendes Uhumännchen an der Weser auf. Für Albrecht Jacobs war es der Beginn einer bis heute ungebrochenen Begeisterung für Europas größte Eule. Zu dieser Zeit stieß Albrecht Jacobs zur damaligen "Aktion zur Wiedereinbürgerung des Uhus", aus der die "Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen" hervorging. A. Jacobs war der Hauptverantwortliche dieser Aktion für Niedersachsen. Dort hatte der Diplom-Ingenieur aufgrund seines technischen Wissens, mit Umsicht und pädagogischem Geschick viel zur Umrüstung der für Uhus gefährlichen Mittelspannungsmasten beigetragen, Steinbruchbetreiber und Öffentlichkeit für den Schutz von Uhulebensräumen gewonnen und die Rückkehr der Uhus vorbereitet.
Für dieses Engagement verlieh ihm der Bundespräsident 2006 das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland am Bande. Bis heute ist Albrecht Jacobs ein Motor für den Vogelartenschutz in der Region und ein geschätzter Sachverständiger auch für die Naturschutzbehörden. Die EGE ist glücklich über den Mitarbeiter in ihren Reihen und wünscht ihm und seiner Frau Edeltraud Gesundheit und die erfolgreiche Fortsetzung des Einsatzes für die gemeinsame Sache. Die Uhus im Weserbergland schließen sich gewiss an.