Startseite > Nachrichten

Zum Eulen-Fabelbuch Zum Eulen-Kinderbuch

Bitte unterstützen Sie die Arbeit der EGE mit Ihrer Spende.
Spendenkonto:

Postbank Köln
BIC PBNKDEFF
IBAN DE66370100500041108501

Nachrichten

Wolkenkuckucksheim - Februar 2018

Starenschwarm © www.wunderbare-erde.de

Mit 240 Teilnehmern war die Tagung der Region Hannover und ihrer Klimaschutzagentur am 14. Februar 2018 gut besucht. Der Tagungsgegenstand: "Technische Systeme zur Vogelerkennung und -vergrämung in Kopplung mit bedarfsgerechter Anlagenabschaltung für Windenergieanlagen". Auf solche Systeme setzen Politik und Wirtschaft, um Windenergieanlagen dort leichter durchzusetzen, wo sie derzeit an den Schranken des Artenschutzrechts scheitern oder mit generellen Abschaltauflagen konfrontiert sind.

Das Fazit der Tagung: Diese technischen Systeme sind nicht verfügbar, unzuverlässig, unausgereift und nicht Stand der Technik. Damit bestätigten die Referenten aus Windenergiewirtschaft und Naturschutz (darunter das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende und das Bundesamt für Naturschutz), was zuvor die Rechtsprechung konstatierte. An diesem Befund ändern auch "Studien zu technischen Systemen aus einer schweizerischen Perspektive" nichts. Für den Vertreter der Schweizerischen Vogelwarte gab es dennoch Lob aus den Reihen der Windenergiewirtschaft. In der Schweiz stünde der Vogelschutz innovativen Lösungen offener gegenüber als in Deutschland, so das gepflegte Vorurteil. Tatsächlich stehen in der Schweiz ganze 34 (in Deutschland hingegen fast 30.000) Windenergieanlagen.

Einige Teilnehmer brachten es am Rande der Tagung auf den Punkt: "Viel Wind, aber nichts Neues unter der Sonne." Das Resümee der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen fällt positiver aus: Dank der Tagung dürfte es schwerfallen, bei diesem Thema sich und anderen etwas vorzumachen. Technische Systeme, die die Kollisionsopferzahlen an Windenergieanlagen in signifikantem Maße senken können, sind bis auf weiteres ein nicht eingelöstes Versprechen und eher eine Fern- als Naherwartung. Ein ernüchterndes Ergebnis, das sich zum Tag der Veranstaltung - Aschermittwoch - fügte.

Darüber hinaus bot die Tagung einen Tag nach Karneval allerdings doch noch allerlei Albernheiten: Der an Sonnenschein arme Winter 2017/18 sei fraglos Beleg für den Klimawandel (so der Veranstalter einführend). Der Vertreter des Bundesamtes für Naturschutz (!) sprach sich für mehr Windenergieanlagen aus. Und der Windenergieanlagenhersteller Enercon präsentierte unwidersprochen eine neue Glaubenswahrheit: "Klimaschutz gleich Windenergie gleich Artenschutz"! Die Branche folgt damit den Vereinnahmungsbestrebungen, die schon aus anderen Zusammenhängen bekannt sind: Landwirtschaft ist angewandter Naturschutz, Beton ist Leben, Pelz ist Artenschutz, ohne Jagd kein Wild.

Ausstellungseröffnung "Faszination Eulen" - Februar 2018

Zehn europäische Eulenarten © Rosl Rößner

Am 11. Februar 2018 eröffnet die NABU-Kreisgruppe Minden-Lübbecke in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen die Ausstellung "Faszination Eulen" im NABU-Besucherzentrum Moorhus. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 232 KB), wenn Sie das Programm lesen möchten. Mit dabei sind die Steinkauz- und Schleiereulen-Präsentationen der EGE. Dr. Andreas Schüring zeigt eindrucksvolle Fotos von Schleiereulen. Der Geschäftsführer der EGE, Wilhelm Breuer, spricht zum Thema "Eulen brauchen mehr als den Schutz der Dunkelheit". Die Ausstellung wird über zwei Monate zu sehen sein.

Steinkauz übersehen - Februar 2018

Steinkauz © Achim Schumacher

Klappern gehört zum Handwerk. Das weiß man. Zum Handwerk mancher Gutachter gehört offenbar auch, bei geplanten Eingriffen - ob neue Windparks, Abbaufelder oder Baugebiete - die Vorkommen entscheidungserheblicher Pflanzen- und Tierarten einfach nicht festzustellen. Neuerliches Beispiel: Ein Fall im nordrhein-westfälischen Rhein-Erft-Kreis. Der Gutachter, der letzthin im Nachbarkreis eine von der EGE festgestellte Uhubrut in Zweifel gezogen hatte, stellte nach einer nur einmaligen Begehung fest, das Vorkommen des Steinkauzes im Plangebiet könne ausgeschlossen werden. Das stimmt zwar, aber nur wenige Meter von der Plangebietsgrenze entfernt brütete zum Zeitpunkt der Begehung wie schon in den letzten 25 Jahren der Steinkauz in einem hohlen Nussbaum. Der nicht gerade um Naturschutz bemühte Leitfaden des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums "Methodenhandbuch zur Artenschutzprüfung" erwartet in solchen Fällen immerhin die Einbeziehung eines 300 Meter weiten Umkreises in das Untersuchungsgebiet. Der Gutachter hat vorsorglich sogar einen 500 m weiten Umkreis betrachtet, schreibt er, hat den Steinkauz aber offenbar auch dort ausgeschlossen. Nachzulesen ist dies im Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag für die Aufstellung des Bebauungsplans "An der Spring" in Bedburg. Die Grenze des Bebauungsplanes reicht wenige Meter an den Brutbaum heran. Das Plangebiet ist essentielles Nahrungshabitat des Steinkauzes. Folglich kommt der Kauz auch im Plangebiet vor. Wird die Fläche bebaut, dürfte der Brutplatz schon der massiven Störungen wegen aufgegeben werden.

Gerade wurde bekannt, dass der Steinkauzbestand in Nordrhein-Westfalen zwischen 2003 und 2016 auf 5.200 bis 4.800 Brutpaare gesunken ist. Das ist ein Minus von 800 Paaren in zwölf Jahren. Gutachter für "Umweltplanung und Umweltberatung" sollten sich fragen, welchen Anteil sie an dieser Entwicklung haben.

Was Naumann heutigen Gutachtern voraus hat - Januar 2018

Uhu mit ersten Sonnenstrahlen © www.wunderbare-erde.de

Manche Gutachter, die vielleicht Biologie studiert haben mögen und für die Windenergiewirtschaft tätig sind, sind bemüht, die Kollisionsgefahr für Uhus an Windenergieanlagen zu verharmlosen. Uhus flögen doch gar nicht so hoch, heißt es. Dabei wusste schon Johann Friedrich Naumann (1780-1857): "Des Abends (...) schwingt (er) sich dann auch zuweilen sehr hoch in die Luft." Naumann gilt als Begründer der Vogelkunde in Mitteleuropa.

Mitarbeiter der EGE, die wie keine zweite Organisation mit der Biologie des Uhus vertraut ist, haben mehrfach in großer Höhe fliegende Uhus beobachtet. Auch zu Zeiten, als es noch keine Windenergieanlagen gab. Dass die EGE diese Beobachtungen nicht mit Ort, Datum und Uhrzeit publiziert hat, spricht nicht gegen diese Beobachtungen, sondern rührt daher, dass die EGE wichtigere Aufgaben verfolgt, als in wissenschaftlichen Journalen Erkenntnisse zu publizieren, die für Johann Friedrich Naumann vor zweihundert Jahren nicht ungewöhnlich waren. Wem das Studium historischer Quellen nicht liegt: In der Nähe von Bad Oldesloe brüten seit 2008 in einem Fernmeldeturm in ca. 50 m Höhe Uhus. Uhukot und Uhugewölle liegen auf allen oberen Plattformen des Fernmeldeturms bis in ca. 97 m Höhe. Der Turm steht auf einem 78 m hohen Hügel, der die Landschaft deutlich überragt.

Die EGE hat immer wieder auf den Umstand hingewiesen, dass Uhus Windenergieanlagen möglicherweise gezielt ansteuern. Ein solches Verhalten ist jedenfalls von Uhus an hohen Bauwerken wie Hochspannungsmasten, Industriebauten, Kirch- und Fernmeldetürmen bekannt. Uhus nutzen diese als Rufwarte oder auch als Brutplatz wie das Beispiel von Oldesloe zeigt. Gerade dieses Verhalten könnte erklären, weshalb die Anzahl der an Windenergieanlagen tot aufgefundenen Uhus entgegen der Erwartung zumeist niedriger Flügen vergleichsweise hoch ist. Die Frage, in welchen Flughöhen sich Uhus bewegen, spielt für eine Entscheidung über den Bau von Windenergieanlagen unter diesen Umständen eine untergeordnete Rolle, was die Fragwürdigkeit höhentelemetrischer Untersuchungen vor Errichtung von Windenergieanlagen unterstreicht. Für Uhus endet das Interesse am Mast ebenso wie jede Begegnung mit dem Rotor nur zu rasch tödlich.

EGE-Förderpreis geht an Hans Tolksdorf - Januar 2018

Hans Tolksdorf beim Anbringen von Steinkauzkästen © Privat

Hans Tolksdorf (im Bild) hat den "Wilhelm-Bergerhausen-Förderpreis" erhalten. Die EGE zeichnet damit die Bacherlorarbeit des 26jährigen "Der Steinkauz in Leverkusen - Bestandsentwicklung und Perspektiven" aus. Tolksdorf hat hierfür die Bestandsentwicklung des Steinkauzes in Leverkusen dokumentiert, die Eignung des Gebietes für den Steinkauz untersucht, in für die Art geeigneten Habitaten eine Vielzahl von Nistkästen angebracht, Vorschläge für den Schutz des Steinkauzes entwickelt und diese teilweise realisieren können. In diese Sache hat er nicht nur viel Zeit, sondern auch eigenes Geld investiert. Tatsächlich erhöhte sich mit den Maßnahmen der Steinkauzbestand auf fünf Brutpaare.

Hans Tolksdorf freut sich über die mit 1.500 Euro dotierte Auszeichnung. Tolksdorf bleibt dem Schutz des Steinkauzes verbunden. "Ich habe bereits mit der Vogelwarte Helgoland Kontakt aufgenommen und werde mich zu einem Beringerkurs anmelden", sagte Tolksdorf nach der Preisvergabe. Er möchte die in Leverkusen künftig hoffentlich wachsende Zahl Steinkäuze kennzeichnen und die Bestandsentwicklung weiterhin beobachten.

Hans Tolksdorf hatte die Bacherlorarbeit im Sommer 2016 an der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur der Hochschule Osnabrück vorgelegt. Zurzeit absolviert er ein Masterstudium an der Technischen Hochschule Bingen im Bereich Landwirtschaft und Umwelt. Die EGE wünscht dem Preisträger weiterhin Erfolg im beruflichen Naturschutz.

Der Förderpreis ist nach dem Gründer der EGE, Wilhelm Bergerhausen, benannt. Wilhelm Bergerhausen hatte für die Wiederansiedlung des Uhus in Deutschland ab Mitte der 1970er Jahre gearbeitet. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieses Projektes gründete Wilhelm Bergerhausen 1990 die EGE. Bergerhausen verstand es, junge Menschen für den Naturschutz zu gewinnen. Wilhelm Bergerhausen starb 2006 im Alter von 56 Jahren.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2018 - Dezember 2017

Junge Schleiereulen © Andreas Schüring

Herzlichen Dank sagt die EGE allen Personen, Verbänden und Einrichtungen, die in ideeller oder auf finanzielle Weise im zu Ende gehenden Jahr die Anliegen der EGE unterstützt haben. Wenn Sie das alte Jahr mit einer guten Tat beenden oder das neue mit einer solchen beginnen möchten, bedenken Sie bitte die EGE mit Ihrer Spende. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 1,13 MB), wenn Sie den diesjährigen Weihnachts-Spendenaufruf der EGE lesen möchten. Ohne Ihre Unterstützung könnte die EGE nur wenig bis nichts erreichen. Selbstverständlich erhalten Sie eine Spendenbescheinigung. Den vorläufigen Jahresbericht der EGE für das Jahr 2017 finden Sie hier (pdf-Datei, ca. 2,39 MB).

(Der mit Druck und Versand des Spendenbriefs 2017 beauftragten Druckerei ist ein Fehler unterlaufen: Die Vorderseite des Spendenbriefs ist korrekt, nicht aber die Rückseite. Sie zeigt irrtümlich die Rückseite des letztjährigen Spendenbriefs. Die Fördermitglieder erhalten in den nächsten Tagen die richtige Version mit der Post. Die Kosten trägt nicht die EGE, sondern die Druckerei. Bitte haben Sie so wie die EGE Verständnis für das Versehen. Menschen können irren. Die richtige Version des Spendenbriefes finden Sie hier auf der Website.)

Die EGE verabschiedet sich von Ihnen für dieses Jahr mit einer Fabel von Dorothee Warnecke: "Geburtstag" (pdf-Datei, ca. 484 KB). Eine Fabel, die sich sowohl zum ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückten Schutz der Insekten als auch zu Weihnachten trefflich fügt.

Vielleicht empfinden Sie auch Freude an den Fotos von Sonia Weinberger im Fotoalbum auf dieser Website. Dort sehen Sie Stefan Brücher und einen nach erfolgreicher medizinischer Versorgung und Pflege in die Freiheit startenden Uhu. Es sind Aufnahmen aus dem Herbst 2017.

Ihnen allen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Vogelschutz: Erfolge und Herausforderungen - Dezember 2017

Cover

Die Zeitschrift "Der Falke Journal für Vogelbeobachter" hat das Sonderheft 2017 dem Vogelschutz gewidmet: In zwölf aktuellen Beiträgen führender Fachleute aus dem Bereich "Vogelschutz" werden im 64 Seiten umfassenden Sonderheft Erfolge und Herausforderungen des modernen Vogelschutzes übersichtlich und praxisnah vorgestellt (D: € 9,95, A € 10,30). Den Beitrag in diesem Heft "Von der gesetzlichen Aufgabe, Vögel zu schützen: Rechtssache Vogelschutz" schrieb der Geschäftsführer der EGE, Wilhelm Breuer. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 796 KB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten. Wir veröffentlichen den Beitrag an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung der Aula-Verlag GmbH.

Zum vierten Mal: Die Windenergie und die Uhus bei Aldenhoven - Dezember 2017

Sie erinnern sich? Im August, September und November 2017 haben wir an dieser Stelle bereits über den Fall berichtet: In Aldenhoven im nordrhein-westfälischen Kreis Düren stellen Gutachter das Brutvorkommen von Uhus und die Beobachtungen der EGE infrage. Hintergrund ist der Plan, im Umfeld dieses Vorkommens eine weitere Windenergieanlage zuzulassen. Uhus könnten diesen Plan durchkreuzen. Nachdem die EGE ein früheres Gutachten in der Sache in Zweifel gezogen hatte, gab der Kreis Düren ein neues Gutachten in Auftrag. "So viele Gutachten bis das Ergebnis passt?", fragte in diesem Zusammenhang das Online-Magazin Eifelon.

Auch dem neuen Gutachten ist die EGE auf den Grund gegangen, die darin auf bemerkenswerte alte und neue Darstellungen gestoßen ist. Die EGE hat in einer Stellungnahme an den Kreis Düren auch dieses Gutachten kommentiert und entscheidende Aussagen des Gutachters zurückgewiesen.

Die Vorgänge werfen ein bezeichnendes Licht auf die Praxis von Gutachterbüros, geht es um Uhus und den Ausbau der Windenergiewirtschaft. Dabei ist gewiss jeder Fall anders, aber die von der EGE festgestellten Mängel dürften auch für andere Planungen keineswegs untypisch, sondern eher symptomatisch sein. Insofern mag die Stellungnahme der EGE, über den hier betrachteten Fall im äußersten Westen Deutschland hinaus, nützlich zu lesen sein. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 116 KB), wenn Sie diese Stellungnahme lesen möchten. Lassen Sie sich bitte von den Details nicht schrecken. Die Stellungnahme hält einige Überraschungen bereit.

Uhupatenschaft und EGE-Kinderbuch für Grundschulklasse - Dezember 2017

Junger Uhu © www.wunderbare-erde.de

Lehrerinnen, Schülerinnen und Schüler der Grundschule im niedersächsischen Algermissen haben ein besonderes Verhältnis zum Uhu. Die von Birgit und Gerhard Mayer aus Gemünden am Main für eine Schulklasse abgeschlossene Uhu-Patenschaft hat die EGE deshalb der Schulklasse 3 a der Grundschule Algermissen überreicht. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 1,39 MB), wenn Sie den Beitrag aus der aktuellen Ausgabe des "Algermissener Gemeindeboten" lesen möchten. Die EGE dankt allen beteiligten Personen, insbesondere den Sponsoren.

Kritik an Gutachten - Dezember 2017

Uhu vor Nachthimmel © www.wunderbare-erde.de

Schwere Kritik äußert die EGE am Vorgehen der in Oldenburg ansässigen Gutachterfirma ARSU. Die Firma hatte am 30.03. und 06.04.2017 in einem Wäldchen im Landkreis Nienburg/Weser in der störungssensibelsten Zeit im vermuteten Nestbereich eines Uhus nach Nest, Gelege und Jungvögeln gesucht, war aber nicht fündig geworden. Zwischen den Terminen kam es nachweislich zum Brutabbruch. Das Gutachterbüro brachte den Abbruch mit Spargelstechern in Verbindung, die in dem Wäldchen ihre Notdurft verrichtet hätten. Tatsächlich dürfte auf den angrenzenden Äckern Spargel erst später geerntet worden sein. Dass der Brutabbruch mit der Nestsuche zusammenhängen könnte, zieht das Gutachterbüro nicht in Erwägung.

Das Gutachterbüro war in dem vorliegenden Fall beauftragt, die Raumnutzung des Uhupaares im Umfeld des Wäldchens zu beobachten, weil dort Windenergieanlagen errichtet werden sollen. Die Nestsuche war vollkommen unnötig. Anzahl und Standort von Junguhus hätten im Verlaufe der weiteren Reproduktionszeit leicht anhand der Bettellaute der Jungvögel zu einem für sie gefahrlosen Zeitpunkt festgestellt werden können, hätte es zur Entscheidung über die Zulässigkeit des Windparks dieser Information bedurft.

Zu diesem Ergebnis ist auch die Landesnaturschutzbehörde gelangt, welche die Vorgehensweise des Büros in einer Stellungnahme als "unangemessen" und "unverantwortlich" bezeichnet hat. Das Gutachterbüro hatte überdies ein Aufzeichnungsgerät zum Aufzeichnen von Uhurufen ausgelegt und das Uhupaar nach eigenen Angaben "aufgescheucht". Anfang Juni 2017 hatte der Gutachter den vermuteten Brutplatz auch noch mit einer Drohne überflogen. Der EGE liegt sowohl das "Gutachten" der Fa. ARSU als auch die Stellungnahme der Landesnaturschutzbehörde vor.

Die Vorgehensweise des Gutachterbüros dürfte sich für den Windenergieinvestor - jedenfalls vorerst - nicht auszahlen. Denn geht es mit rechten Dingen zu, bedarf es einer neuen Sachverhaltsermittlung. Eine solche ist erst in der nächsten Brutzeit möglich. Wenn denn die Uhus dann auf eine ungestörte Brutzeit hoffen dürfen.

Die Hildesheimer Domuhus - Dezember 2017

Beringung eines Domuhus

Am 30. November 2017 trafen sich auf Einladung des Umweltbeauftragten des Bistums Hildesheim, Dipl.-Theol. Jürgen Selke-Witzel, Personen, die in diesem Jahr die Uhus am Hildesheimer Dom im Blick hatten. Jürgen Selke-Witzel dankte allen für ihren Einsatz. Wilhelm Breuer von der EGE fasste bei dem Treffen die Vorgänge des Jahres 2017 um die Domuhus zusammen. Klicken Sie bitte hier, (pdf-Datei, ca. 88 KB) wenn Sie den Beitrag lesen möchten.

Insbesondere Joachim Achtzehn und Angelika Krueger bereicherten das Treffen mit eindrucksvollen Fotos und Berichten. Jürgen Selke-Witzel hob den außerordentlichen Einsatz der Uhupaten Angelika Krueger und Joachim Achtzehn hervor. Beide hatten über Wochen die Uhus im Kreuzgang des Domes "überwacht" und zum glücklichen Verlauf der Infanteristenphase der Uhus beigetragen.

Am Hildesheimer Dom ist das Team von Uhuschützern auf eine kommende Brutzeit der Uhus gut vorbereitet. Dies ist dem Umweltbeauftragten des Bistums, Jürgen Selke-Witzel, zu verdanken, der dieses Netzwerk seit der ersten Uhubrut am Dom im Jahr 2014 mit Umsicht und Beharrlichkeit geknüpft hat. Das Engagement des Bistums zeigt ganz im Sinne der Umweltenzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus, dass die Bewahrung der Schöpfung ein Anliegen der Kirche ist.

Wilhelm Breuer danke am Ende der Begegnung namens der EGE und des ganzen Teams Herrn Selke-Witzel für die tatkräftigen Bemühungen um den Schutz der Uhus am Dom: "Lieber Jürgen, dank Deines Einsatzes waren die Uhus am Dom gut aufgehoben und fanden wir Uhuschützer in Dir immer einen verlässlichen und engagierten Ansprechpartner. Umso mehr bedauern wir, dass Deine Zeit als Umweltbeauftragter endet." Zum Dank überreichte Breuer dem scheidenden Umweltbeauftragten die Urkunde über eine Ehrenpatenschaft - zwar nicht für einen Uhu, so doch für einen, wie Breuer betonte, "katholischen" Steinkauz aus der Kölner Bucht, der allerdings erst noch schlüpfen müsse, womit aber im nächsten Jahr so sicher zu rechnen sei wie mit dem Amen in der Kirche. Zwar solle man Eier erst begackern, wenn sie gelegt sind, aber, zur Beringung "seines" Steinkauzes sei Herr Selke-Witzel schon jetzt herzlich eingeladen.

Neue Ausgabe von "Nationalpark" - Dezember 2017

Sperlingskauz © Gunther Zieger

Die neue Ausgabe der Zeitschrift "Nationalpark" ist da. Im 46 Seiten starken Heft 4/2017 finden Sie u.a. die Titelgeschichte "Die letzten Paradieswälder Europas - Rumäniens Urwälder zwischen Welterbe und Kettensäge" sowie zwei Beiträge von EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer: Einen Rückblick auf 40 Jahre Bundesnaturschutzgesetz "Kein großer Wurf, aber ein neuer Anfang" (pdf-Datei, ca. 300 KB) und das Portrait des verdienten Naturschützers Eilert Voß "Angefeindet und ausgezeichnet" (pdf-Datei, ca. 280 KB).

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes. Werden auch Sie Leser von "Nationalpark"!

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die der Gründer der Zeitschrift, der Journalist Horst Stern, für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Informationen für ein Probeabo finden Sie hier: Probeabo Nationalpark.

Zu den älteren Nachrichten des aktuellen Jahrgangs


Suche auf diesen Seiten


   

Suchtipps