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Penteriani, V., Gallardo, M. & P. Roche (2002): Landscape structure and food supply affect eagle owl (Bubo bubo) density and breeding performance: a case of intra-population heterogeneity. - Journal of Zoology London 257: 365-372.

Mediterrane Landschaften sind, wie andere Kulturlandschaften auch, deutlichen Veränderungen in der Landnutzung unterworfen. Im Luberon-Massiv, Südfrankreich, findet ein für weite Regionen der Mediteranëis charakteristischer Landschaftswechsel statt: durch die rückläufige Weidebewirtschaftung und Landflucht in den abgelegeneren Gebirgslagen nimmt der Anteil der typisch mediterranen Weidelandschaften, Macchien und Garrigues permanent ab. Stattdessen entwickeln sich Wälder mit dominanter Steineiche Quercus ilex oder Flächen werden mit diversen Pinus-Arten aufgeforstet. Parallel dazu geht der Kaninchenbestand im Luberon-Gebiet seit 1936 aufgrund der Myxomatose bis heute deutlich zurück und umfasst inzwischen nur noch 1/3 des ursprünglichen Bestands.

In der Analyse werten Penteriani et al. Daten aus den Jahren 1971 bis 1999 zu Habitateigenschaften, Ernährung und Reproduktionserfolg von insgesamt 59 Uhuvorkommen am Rande und im Innern des Luberon-Massivs aus. Generell ist der Reproduktionserfolg in der landschaftlich vielseitigeren Randlage größer und die Siedlungsdichte höher, als im stärker bewaldeten Hinterland (Rand: 1,79 Junge je begonnener Brut gegenüber 1,52 im Hinterland). Die am Rande des Luberon-Massivs brütenden Uhus haben eine vielseitigere Ernährungsweise mit höherem Anteil an Vögeln und weniger Kaninchen als im Hinterland.

Die Autoren vermuten, dass der Rückgang des Kaninchens sich stärker auf die Uhus des Hinterlandes des Lubern-Massivs auswirkt, da landschaftsbedingt in den Randlagen mehr alternative Beutetiere (Vögel, Ratten, Igel) zur Verfügung stehen und sich die Wiederbewaldung weniger auswirkt. Im Hinterland dagegen führt die Wiederbewaldung zu strukturärmeren Landschaften mit weniger diversem Beuteangebot. Zusammen mit dem Rückgang des Kaninchens hat das schließlich geringere Siedlungsdichten, späteren Brutbeginn und geringere Reproduktionsraten zur Folge.

Lutz Dalbeck


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