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Sergio, F., Marchesi, L. & P. Pedrini (2004): Integrating individual habitat choices and regional distribution of a biodiversity indicator and top predator.– Journal of Biogeography 31: 619-628.

In den Jahren 1994 bis 2002 untersuchten Sergio et al. auf einer 1.330 km² großen Fläche in der Trento-Region (70 m bis 2.400 m ü. NN, Südost-Alpen, Italien) die regionale Verbreitung und die Habitatwahl des Uhus. Dabei verglichen sie die 38 ermittelten Reviere mit 38 zufällig ausgewählten, nicht von Uhus besiedelten Plätzen. Mit den Daten erstellten sie unter Verwendung eines Geographischen Informationssystems (GIS) ein Modell der Habitateignung und übertrugen dies auf die gesamte 6.200 km² umfassende Trento-Region.

Die Analyse zeigt deutlich, dass Uhus die Habitate selektiv wählen: Vier Faktoren sind signifikant und unabhängig voneinander mit der Habitatwahl korreliert. Günstig sind: Eine geringe Höhe ü. NN (die mittlere Höhe der Nester ü. NN beträgt nur 530 m), ein ausgeprägtes Mirkrorelief mit großen Felsen, ein hoher Offenlandanteil und möglichst lange Uferlinien zu Flüssen und Seen. Der Reproduktionserfolg korreliert lediglich mit dem Faktor Reichtum an Feuchtgebieten bzw. Länge der Uferlinien. Bereiche mit Uhuvorkommen sind artenreicher, als solche ohne Uhus, gemessen an den Vorkommen von Amphibien, Reptilien und Vögeln (zu Säugern liegen aus der Region nur unzureichende Daten vor).

Die Autoren schlussfolgern, dass geeignete Felsen eine große Bedeutung als Brutplätze und Ruheräume besitzen. Offenlandflächen sind wichtige Räume für die Jagd und an Ufern und in Feuchtgebieten der tieferen Lagen lebt die Hauptbeute des Uhus in der Region: Die Wanderratte. Aufgrund ihrer Habitatwahl eignen sich Uhus als Indikator für Bereiche mit hoher Biodiversität.

Lutz Dalbeck


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