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Sergio, F., Marchesi, L., Pedrini, P., Ferrer, M. & V. Penteriani (2004): Electrocution alters the distribution and density of a top predator, the eagle owl, Bubo bubo. - Journal of Applied Ecology 41: 836-845.

In einer vergleichenden Studie untersuchten Sergio et al., wie sich der Stromtod an Mittelspannungsmasten auf Populationsdichte, räumliche Verteilung und Überlebensraten von Uhus in Gebieten mit hohem und geringer Dichte an gefährlichen Stromleitungen unterscheiden. Zusätzlich führten sie eine Literaturauswertung durch. Die Untersuchungsgebiete waren die italienischen Alpen und die Abruzzen. Hier wurden mittels eines Geographischen Informationssystems (GIS) neben anderen Habitatparametern u. A. folgende Parameter erfasst: Entfernung des Brutfelsens zum nächsten Mittelspannungsmasten, Anzahl der Masten im Umkreis von 200 m und Gesamtlänge der Mittelspannungsleitungen im Umkreis von 1,5 km um den Brutplatz.

Zum Vergleich wurden für Felsen ohne Uhus ebenfalls die genannten Parameter erfasst und in die multivariate Analyse einbezogen. Es zeigt sich, dass Vorkommen mit Strommasten im näheren Umfeld und solchen mit besonders vielen Mittelspannungsleitungen im 1,5 km- Radius deutlich unregelmäßiger besetzt sind und eine erhöhte Sterblichkeit der Jungtiere aufweisen. Offensichtlich führen die Strommasten regelmäßig zu Verlusten der Altvögel. Gleichzeitig ist die Anzahl gefährlicher Leitungen gerade in den tieferen, von den Uhus bevorzugten Lagen hoch und nimmt weiter zu. Erschreckend ist auch, dass 79 % der Strommasten als gefährlich eingestuft wurden. Darauf führen die Autoren den in den Abruzzen erheblichen Bestandsrückgang des Uhus zurück, der besonders die tieferen und für den Uhu eigentlich günstigeren Lagen betrifft. Hier sind zahlreiche Brutplätze mit besonders vielen Mittelspannungsmasten im Umfeld inzwischen verwaist. Damit liegt der Uhu in Italien im Trend: Die Literaturdaten zeigen europaweit eine Zunahme des Stromtods als Todesursache des Uhus. Leider kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Strommasten im Umkreis von 2 km um bekannte oder potenzielle Neststandorte gesichert werden sollen, anstatt die Umrüstung aller Masten zu fordern.

Lutz Dalbeck


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