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Koch, S. (2005): Mortality factors and nesting diet of the Eagle owl Bubo bubo in Switzerland. - Diplomarbeit an der Philosophisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern, Abt. Conversation Biology des Zool. Instituts: 34 S.

Die Arbeit umfasst zwei Themen, nämlich Mortalität, gemessen an Todfunden und Nestlingsnahrung, erfasst mithilfe von Videoüberwachungen. Die Untersuchungen zur Mortalität fanden an einer Stichprobe von 340 toten Schweizer Uhus statt, die seit 1829 gesammelt wurden. Das Alter der Uhus wurde mithilfe des Mauserstands bestimmt. Von diesen Tieren starben 74,9 % vor dem ersten Kalenderjahr. Hauptmortalitätsfaktoren sind Stromschlag (31 %) und Verkehrsunfälle (27 %), wobei das Geschlechterverhältnis deutlich Richtung Weibchen verschoben ist. Die Nestlingsnahrung untersuchte die Autorin mittels Videoüberwachung an zwei Nestern im Wallis (Rhônetal). Allerdings war letztlich nur die Überwachung an einem der Nester mit 79 Beutetieren erfolgreich. An diesem Nest brachten die Altvögel durchschnittlich ein Beutetier pro Junges pro Nacht mit einer mittleren Biomasse von 351 g.

Hauptbeutetiere waren Igel und Kaninchen, am selben Nest ein Jahr zuvor aber überwiegend Siebenschläfer. Der hohe Anteil anthropogen bedingter Verluste ist vermutlich der Hauptgrund der derzeitigen Bestandsstagnation bzw. des lokalen Rückgangs des Uhus in der Schweiz. Demgegenüber scheint die Nahrungsverfügbarkeit gut zu sein, was angesichts des extrem zersiedelten Rhônetals mit seinen steilen Talflanken nicht selbstverständlich ist. Die Autorin schlägt vor, insbesondere der Mortalität durch Stromschlag an Freileitungen zu begegnen, da dies weitaus einfacher ist, als den Tod durch Strassen- und Schienenverkehr zu minimieren.

Lutz Dalbeck


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