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Presseinformation 07/2005

Uhu und Windenergie

Im ersten Halbjahr 2005 hat sich die Zahl der in Deutschland an Windenergieanlagen tödlich verunglückten Uhus auf sechs verdoppelt. Hinzu kommen weitere Funde von Uhus, die verletzt unter Windenergieanlagen aufgefunden wurden und solchen, bei denen die Todesursache nicht mit letzter Sicherheit, aber wahrscheinlich der Kollision mit Windenergieanlagen zuzurechnen ist. Die in Heimbach/Eifel ansässige Europäische Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE) befürchtet deutlich höhere Verluste, die wegen mangelnder systematischer Untersuchungen unentdeckt bleiben. Die Kollision brütender Uhus mit Windenergieanlagen sei möglicherweise auch die Ursache für bisher ungeklärte Brutaufgaben in traditionellen Uhurevieren.

Die EGE fordert deshalb die staatlichen Stellen auf, Uhulebensräume vor der Errichtung von Windenergieanlagen zu schützen und von der Windenergiewirtschaft, sich selbst zu diesem Schutz zu verpflichten. Die EGE hält aufgrund des heutigen Kenntnisstandes einen Mindestabstand von 3.000m zu den Brutplätzen für dringend geboten. Zudem müssten auch Nahrungshabitate, die sich außerhalb dieses Umkreises befinden, von Anlagen freigehalten werden.

Der Uhu ist Vogel des Jahres 2005. Eine Wahl, die den eintausend Uhupaaren in Deutschland zu mehr Schutz verhelfen sollte - auch vor der Errichtung von Windenergieanlagen, meint die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen.

"Bisher bringt die Windenergiewirtschaft allerdings bemerkenswert wenig Sensibilität für den Schutz des Uhus auf", klagt EGE-Geschäftsführer Wilhelm Bergerhausen. Die Branche verharmlose das stellenweise unbestritten hohe Gefährdungspotential von Windenergieanlagen. Bestrebungen, Konflikte auf Ebene von Landes-, Regional- und Bauleitplanung mit Hilfe vorsorglich empfohlener Ausschlussgebiete und Abstände zu vermindern, würden von der Branche ungerechtfertigt abgelehnt.

Nach Auffassung der Uhuschützer gehe es nicht um ein Sonderopfer der Windenergiebranche, denn schließlich unternähmen auch andere Teile der Wirtschaft beträchtliche Anstrengungen zum Schutz des Uhus: Die Netzbetreiber z. B. haben bereits vor Jahren damit begonnen, für Uhus gefährliche Mittelspannungsmasten umzurüsten und müssen diese Aufgabe bis 2012 zu Ende bringen. Auch Rohstoffwirtschaft, Klettersport und Tourismus nehmen z. T. Einschränkungen zum Schutz des Uhus hin. Die Haltung der Windenergiewirtschaft lasse viele Bürger an der Glaubwürdigkeit der Branche zweifeln, soll der Ausbau der Windenergie doch ökologisch begründet sein.

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