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Nahrung als limitierender Faktor für den Uhu Bubo bubo (L.) in der Eifel?

Von Lutz Dalbeck, Ornithologischer Anzeiger Band 44 Heft 2/3: 99 -112, 2006

Zusammenfassung

In dieser Studie wird der Zusammenhang zwischen Nahrungszusammensetzung von 37 Brutpaaren aus der Eifel in den Jahren 1988 bis 1990 und dem Reproduktionserfolg bzw. der Kondition der Jungen als Fitness-Maß untersucht. Es zeigt sich, daß klimatische Faktoren einen deutlichen Einfluss - sowohl auf die Nahrungszusammensetzung, als auch auf den Reproduktionserfolg haben. Demgegenüber ist kein Zusammenhang zwischen Nahrungswahl und der Kondition der Jungen nachweisbar und nur ein schwacher zwischen der Nahrungswahl und dem Reproduktionserfolg. Lediglich Wildkaninchen und Kleinnager (Feldmaus, Waldmaus) korrelieren schwach positiv mit der Anzahl Jungtiere. Aufgrund des breit gestreuten Nahrungsspektrums erweist sich der Uhu in der Eifel als wenig anfällig gegen Abundanzschwankungen einzelner Beutetiere, was auch für das Kaninchen gilt, das vor allem in Südwesteuropa das wichtigste Beutetier des Uhus ist.

Während in Spanien der Fortpflanzungserfolg des Uhus aufgrund der durch Myxomatose und Chinaseuche (rabbit haemorraghic disease) zusammen gebrochenen Kaninchenbestände stark zurückging, wuchs in der Eifel der Uhubestand bei stabiler Reproduktionsrate an, obwohl die Kaninchenbestände ebenfalls zusammenbrachen. Für den Schutz des Uhus ist dennoch auch in Mitteleuropa davon auszugehen, dass die Nahrungsverfügbarkeit eine entscheidende Rolle spielt. Die Erhaltung geeigneter Landschaften mit entsprechender Nahrungsverfügbarkeit ist daher für den Schutz des Uhus von großer Bedeutung.

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